Congreso Nacional Indígena, Concejo Indígena de Gobierno und seine Sprecherin Marichuy auf zapatistischen Gebiet
Wir müssen uns zusammentun!

16. Oktober 2017, La Garrucha

Hermanos (1)!

Es die Zeit der Pueblos, es ist Zeit, dass wir uns zusammen tun, es ist Zeit, dass wir zusammen die großen Kapitalisten, die seit Jahren unser Land rauben, hinauswerfen. Sie haben uns gespalten, uns dazu gebracht, uns unter uns zu streiten, sie haben uns schauen lassen, dass wenn eine Hand lediglich ausgestreckt wird, wir ihnen Karawanen herantragen müssen.
Wir müssen uns zusammen tun, wir haben diese große Aufgabe, das kapitalistische System herauszureißen, das dabei ist, unseren Comunidades, unseren Pueblos (2) ein Ende zu machen, das uns das, was uns ist, raubt, das all diese Gewässer vergiftet, all diese Wälder abholzt.

Darum ist es notwendig, sich zusammen zu tun, und gemeinsam diesem kapitalistischen System ein Ende bereiten zu können, das nicht nur unsere Comunidades, unseres Pueblos zerstören wird, sondern alles menschliche Leben in den Comunidades indígenas (3) wie auch in den großen Städten.
Jetzt ist es an der Zeit, Hermanos, sich zusammen zu schließen, zusammen nachzudenken, was wir machen werden, wie wir dieses neue Mexiko aufbauen werden, um dieses Mexiko herauszureißen, welches uns die Leute mit Geld aufgezwungen haben – Leute, die nur an sich denken, die nicht an
uns denken, an unser Land, unser Wasser, unsere Bäume. Darum haben wir entschieden, uns zusammenzuschließen, und für alle zu streiten, für die ganze Welt, nicht nur für die Pueblos indígenas, sondern für alle.

Somit müssen wir dem großen Kapitalisten, der dabei ist, uns ein Ende zu setzen, selbst ein Ende machen – und organisiert, zusammen nachdenkend, wie es zu machen ist – uns als Pueblos indígenas und Hermanos Arbeitende in der Stadt und auf dem Land die Hand reichen.
Es ist notwendig, dass wir entschlossen gehen, unsere Stimme zu hören und unsere Schritte zu sehen sein werden, dass diese Pueblos, die für Jahre vergessen und getreten wurden, sich erheben und sagen: »Wir sind nicht einverstanden. Wir wollen weiter leben und wir wollen ein Leben für
alle«. Darum ist es notwendig, die Kräfte zusammenzuschließen und dem Mächtigen zu zeigen: Ja, wir können das schaffen; ja, wir schaffen es, alle Pueblos indígenas und die Arbeitenden in der Stadt und auf dem Land zusammenzuschließen; und klar werden wir das tun, können wir diesen
Mächtigen – der uns das rauben möchte, was wir haben – zum Erbeben bringen.

Machen wir uns auf, Hermanos; vertrauen wir demjenigen, den wir an unserer Seite haben; er ist nicht unser Feind. Wir müssen uns zusammenschließen, damit wir uns derart von diesem kapitalistischen System befreien können.

Es leben die Pueblos indígenas Mexikos und der Welt!
Es leben die Arbeitenden in der Stadt und auf dem Land!
Es lebe der EZLN!
Es lebe der Congreso Nacional Indígena!
Es lebe der Indigene Regierungsrat!

Danke, Hermanos.


übersetzt von lisa-colectivo malíntzin


Anmerkungen der Übersetzerin:

(1) wörtlich: »Brüder, Geschwister«
(2) »Pueblos«, »Pueblos indígenas« verbleiben innerhalb der deutschen Übersetzung durchgehend im Original. Im mexikanischen Spanisch haben diese Begriffe immer die Konnotation des Gemeinschaftlichen, im Sinne von »Comunidades«: Gemeinden – und nicht – wie im Deutschen – die der »ethnischen Ausdifferenzierung« und bewertenden Abgrenzung
(3) wörtlich: »indigene Gemeinden, Gemeinschaften«