Indigener Menschenrechtsverteidiger Sergio Rivera Hernández gewaltsam verschwunden

Die soziale Bewegung “Movimiento Agrario Indígena Zapatista” (MAIZ, Teil des CNI) gab bekannt, dass ihr compañero Sergio Rivera Hernández in Puebla gewaltsam verschwunden ist. Sergio Rivera Hernández ist Teil des Widerstands der Nahua-Gemeinden in der Sierra Negra von Puebla, die sich gegen das Wasserkraftprojekt Coyolapa-Atlzalá zur Wehr setzen, das die Bergbaufirma Altán dort errichten will.

MAIZ schildert den Ablauf des Verbrechens: Sergio Rivera Hernández befand sich mit seinem Motorrad am 23. August um 18 Uhr auf dem Weg in seine Gemeinde (Tepetolonzi, San Pablo Zoquitlan, Sierra Negra), als er gemäß Zeugenaussagen von einem weißen Nissan-Pickup verfolgt wurde. Die Zeugen fanden das durch eine Kollision zerstörte Motorrad auf der Höhe der Abzweigung in die Gemeinde Zaragoza, ohne Spur des Fahrers. Die in MAIZ organisierten Bauern suchen zurzeit die Umgebung nach dem Vermissten ab.

MAIZ erinnert daran, dass Sergio Rivera Hernández schon zuvor zwei Angriffe erlitten hat, der letzte am 28. Juni, als er am selben Ort von Parteigängern der PRD und des PAN festgehalten und mit Mord bedroht wurde. Hintergrund der Angriffe ist der Versuch des mexikanischen Bergbauunternehmens Minera Autlán (Hauptsitz in Autlán, Jalisco), ihre Energiegewinnungsprojekte in den Flüssen der Sierra Negra zu implementieren. Gemäß MAIZ wendet Autlán in Komplizenschaft mit den lokalen Gemeindepräsidenten von Tlacotepec de Diaz und San Pablo Zoquitlan und dem organisierten Verbrechen gewaltsame Methoden an, um den Widerstand zu brechen. So wurde im Februar 2018 ein Autobus, mit dem Mitglieder von MAIZ nach einer Mobilisierung nach Mexiko Stadt in die Sierra Negra zurückfuhren, angezündet.

Die Firma Autlán ist in verschiedenen Märkten tätig, unter anderem fördert Autlán das Metall Mangan, mit dem Stahl gehärtet wird, der dann in der Autoindustrie Verwendung findet. In Puebla sind wichtige Werke der deutschen Autoindustrie angesiedelt, insbesondere Volkswagen und Audi.

MAIZ fordert die sofortige Freilassung ihres Mitkämpfers und ein Ende der Repression gegen Menschenrechtsverteidiger, die sich für ihr Land und Territorium einsetzen.

Mehr zum Widerstand in der Sierra Negra auf deutsch:
FREIE FLÜSSE IN SÜDMEXIKO ERFOLGREICHE STAUDAMM-WIDERSTÄNDE IN OAXACA UND PUEBLA (S.39-42)

Die Eilaktion kann gleich online ausgefüllt werden unter:
https://www.chiapas.eu/ua2.php?id=132

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